Hufrolle (Podotrochlitis)
 

Die Hufrollen- oder Strahlbeinerkrankung ist ebenso gefürchtet wie die Hufrehe. Dies auch zu recht. Man hielt sie lange Jahre für eine reine Überlastungserscheinung, trat sie doch gehäuft bei Sportpferden, namentlich bei Springpferden auf. Diagnostiziert wird sie über eine Anzahl von Symptomen, Röntgendiagnostik und diverse Proben, am bekanntesten die sogenannte Beugeprobe. Für sich allein genommen sind alle diese Einzelteile nichtssagend. Unspezifische Lahmheiten führen dann schnell zur Vermutung des Hufrollensyndroms.

Bislang ging man von einer Veränderung am Strahlbein aus, was dann den Schleimbeutel, die Sehnenscheide der tiefen Beugesehne und zuletzt die Sehne selbst in Mitleidenschaft zieht. Neueste Forschungen aus den USA (Michigan State University, Dr. Bowker) fanden jedoch heraus, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Der Knochen - hier also das Strahlbein wird zuletzt in Mitleidenschaft gezogen...
Nun mag sich mancher Pferdebesitzer fragen was das hier an dieser Stelle soll? Die Konsequenz dieser Erkenntnis ist jedoch von fundamentaler Bedeutung: Ursache für diese "Reaktionskette" ist die Zehenlandung der Pferde! Landet der Huf auf der Zehe (statt auf der Tracht wie es die Natur vorsah), hängt die gesamte Last vom Moment der Bodenberührung bis zu dem Zeitpunkt an dem der Huf komplett aufgesetzt hat an der tiefen Beugesehne. Dies überlastet nicht nur die Sehne selbst, sondern auch die Sehnenscheide und den umgebenenden Schleimbeutel - schädigt somit nachhaltig den sogenannten Hufrollenkomplex (Podotrochlea).

Damit sind wir bei der praktischen Bedeutung: Aus diesem Grunde ist es so wichtig bei der Hufbearbeitung immer zu überprüfen, wie der Huf auf dem Boden landet. Zehenlandungen erfordern sofortige Gegenmaßnahmen. Die erste Frage ist natürlich die, warum tut das Pferd das? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil die Strukturen im hinteren Bereich des Hufes schmerzen wenn das Pferd da aufsetzt. Ganz oft liegt die Ursache in kaputten oder unterentwickelten Strählen und den damit verbundenen inneren Strukturen - vor allem der Strahlkissen.

Hilfe - mein Pferd hat Hufrolle! Was ist zu tun?

Zunächst einmal sollte man einen Moment lang über den Begriff "Hufrolle" nachdenken. Dieser ist durchaus sinnvoll. Stellt doch dieser Bereich im Huf tatsächlich eine Umlenkrolle für die tiefe Beugesehne dar. Die übliche Praxis sind sogenannte orthopädische Beschläge die die Trachten hoch stellen (high heels). Damit wird ohne Zweifel die tiefe Beugesehne vorderhand entlastet, der Schmerz im Huf lässt nach und das Pferd läuft wieder. Nur Heilung sah ich dadurch bislang in keinem Fall. Im Gegenteil, die Symptome verschwanden zu einem bestimmten Grade - das Problem selbst aber wird heftiger. Die Höhe der Absätze nimmt zu usw. Richtig ist es aber, das Problem zu lösen. D.h. die Ursache für die Zehenlandung zu beseitigen. Damit sind wir wieder am Anfang des Ganzen - es muss dem Pferd die Möglichkeit gegeben werden, die Strukturen im hinteren Bereich des Hufes so zu entwickeln, dass Strahl, Strahlkissen, Trachten und Sohle ihre Aufgaben wahrnehmen können.

Das heißt konkret: Keine invasive Hufbearbeitung und für die Zeit bis dieser Prozess abgeschlossen wurde,  sind Hufschuhe und ggf. Pads mit oder ohne Strahlkeil das Mittel der Wahl um dem Pferd die Schmerzen zu nehmen, den Huf in eine physiologisch korrekte Position zu bringen und gleichzeitig den benötigten (An)Reiz zum Aufbau des Gewebes zu liefern. Optimierung der Ernährung und kontinuierliche, kontrollierte Bewegung sind die weiteren Faktoren zur Heilung.
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Copyright © 2015 Dieter Hoy
Die natürliche Hufbearbeitung nach ONHC (Optimal Natural Hoof Care)
(auf deutsch "Optimale Natürliche Huf Pflege")
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